Filmabend mit Claudia von Alemann

  • 9. Dezember 2025
Filmabend mit Claudia von Alemann
Claudia von Alemann bei den Dreharbeiten zu ihrem Film „Fundevogel“ (1967). © Alemann Filmproduktion
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NRW Independents #20: Filme von Claudia von Alemann

Filmabend mit frisch restaurierten Filmen von Claudia von Alemann.

Die zwanzigste Ausgabe der NRW Independents des Filmbüro NW hält einen besonderen Filmabend bereit: Im Oktober stellte die Kölner Filmemacherin Claudia von Alemann drei ihrer vom Arsenal-Institut für Film und Videokunst frisch restaurierten frühen Filme in der Akademie der Künste in Berlin vor (Arsenal on location). Jetzt gibt es die die Möglichkeit, ihre frühesten beiden Dokumentarfilme zu sehen – in Anwesenheit der Filmemacherin.

Mai 1968, Paris, Frankreich. Acht Millionen Franzosen streiken. Polizisten stürmen die Barrikaden, die Sorbonne wird gestürmt, die Studierenden besetzen die universitären Räume und forcieren deren Öffnung für die gesellschaftlichen Kämpfe und Debatten, die die herkömmlichen Institutionen infrage stellen.  Welche Rolle spielt dabei der Film? Welche Funktion kann dem Film in dieser Bewegung zukommen?  Wie engagieren sich Filmemacher*innen im Rahmen einer neu zu definierenden Kulturpolitik? Und wie werden ihre Forderungen in der filmischen Praxis umgesetzt? Filmstudierende, Schüler*innen, Arbeiter*innen, unter anderem der Citroën-Werke, und auch etablierte Regisseure wie Jean-Luc Godard beteiligen sich in diesem Film an den Debatten und Auseinandersetzungen der im Mai 68 entstandenen Filmkollektive.

Ein kämpferischer Aufklärungsfilm über die Arbeit von Frauen in der Metall- und Elektroindustrie. Die Dreharbeiten des Films, der neben der wirtschaftlichen Ausbeutung auch die gesamtgesellschaftliche Unterdrückung von Frauen beschreibt sowie deren fehlende Selbstorganisation, waren in den Fabriken nur möglich, weil die Regisseurin vorgab, ein positives Bild der Arbeitsplätze von Metallarbeiterinnen zu schildern. Der Marginalisierung der Frauen und ihrer scheinbar passiven Haltung stellt Claudia von Alemanns Film Solidarisierungsprozesse und Handlungsmöglichkeiten gegenüber; sie kommen zu Wort und wehren sich aktiv. In den siebziger Jahren lief der Film deshalb auch oft im Rahmen der Agitation für arbeitspolitische Kämpfe. Die im Titel zitierte 11. Feuerbach-These von Karl Marx wird so in die Praxis umgesetzt: „Die Philosophen haben die Welt nur interpretiert, es kommt drauf an, sie zu verändern.“


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